Der Gin Fizz

Hierbei handelt es sich im ursprünglichen Sinne tatsächlich eher um eine Limonade, denn um einen handfesten Drink – auch wenn dazu gesagt werden muss, dass es sich definitiv um eine Limonade für Erwachsene handelt!
Bekannt ist die Rezeptur schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts und gehörte zu der Art Erfrischungsgetränken, die man schon gerne einmal nach dem Frühstück zu sich nahm.
Die Grundlage dieses Klassikers ist ein Sour, also ein Drink der aus Spirituose, Säure und Süße besteht.
Eine der ersten Erwähnungen finden wir in der Rezept-Sammlung von Jerry Thomas „Bartender’s Guide or How to Mix All Kinds of Plain and Fancy Drinks“ aus dem Jahre 1862, wo er als einer der beliebtesten Drinks Erwähnung findet

In seiner damaligen Variante mixte man den Gin Fizz wie folgt:

4 oder 5 Dashes* Gum Sirup**
den Saft einer halben Zitrone
60 ml einer Spirituose – in diesem Fall Gin.

[Quelle: David Wondrich: Imbibe]

Das ganze wurde dann auf Eis geshaked und in ein Glas gegeben. Nach dem Abseihen gab man noch etwas Soda-Wasser hinzu und fertig war einer der beliebtesten Drinks seiner Tage.

In der heutigen Zeit hat sich an diesem Grundprinzip wenig geändert. Es wurde ein bisschen standartisiert und dem modernen und etwas leichteren Geschmack angepasst.

Hier also nun eine Rezeptur, wie man heute einen gängigen und zugleich fantastischen Gin Fizz mixt:

50 ml Gin
30 ml frischer Zitronensaft
20 ml Sirope de Gomme

das Ganze kurz und kräftig shaken und in einen Tumbler auf frisches Eis abseihen. Einen kleinen Spritzer Soda-Wasser hinzugeben und alles mit einer Zitronenzeste garnieren.

Gin FIzz © www.spirit-ambassador.de
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Gin Fizz

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dem Ganzen noch ein Eiweiss beizugeben, welches für eine unglaublich wolkige und cremige Textur sorgt. Dies jedoch ist eine Erweiterung respektive eine Abwandlung des klassischen Fizz, die an späterer Stelle deutlicher beleuchtet wird.

Für die spezielle Variante des Bar-O-Meter Gin Fizz gibt man einzig ein paar wenige Tropfen Angostura Bitters hinzu und ersetzt das Soda-Wasser durch Ginger Ale

Ein wichtiger Hinweis sei noch gestattet! Häufig wird der Unterschied zwischen einem Fizz und einem Collins damit erklärt, dass der Fizz geschüttelt und der Collins im Glas gerührt wird. Dies ist so nicht richtig! Der elementare Unterschied besteht in der Menge des Soda-Wassers, das hinzugegeben wird. Während es beim Fizz wirklich nur ein kleiner Schuss ist, um das ganze Getränk etwas auf zu“fizzen“, verlängert man den Collins um eine größere Menge und erhält dadurch eher einen Longdrink.

* ein Dash lässt sich in etwa als ein Spritzer verstehen.
** Gum Sirup, oder auch Gomme ist ein Zuckersirup, dem man zusätzlich Gummi Arabicum und Orangenblüten-Extrakt hinzusetzt um eine tiefere Aromastruktur zu entwickeln.

Die in diesem Beitrag genannten Produkte entsprechen dem Gusto des Autors und stellen seine Meinung in Bezug auf Anspruch des Drinks dar. Außer Probeflaschen und Drinks ist hier nix geflossen.