Companta – Wenn im Weine Freundschaft liegt

Auf die Freundschaft, denn Companta heißt aus dem Gälischen übersetzt genau das. Bei diesem Whisky aus dem Hause Glenmorangie handelt es sich um die fünfte Abfüllung (2014) der Private Edition Reihe – jener Whiskys, die Dr. Bill Lumsden aus den Tiefen der Warehouses herausholt um aufzuzeigen, wie viel das Thema Single Malt Scotch Whisky zu bieten hat. Dieses besondere Experiment fokussiert wieder das bewährte Fassmanagement, für das die Brennerei aus den nördlichen Highlands so berühmt ist. Hierbei spielt eine private Leidenschaft des obersten Whisky-Kreateurs eine entscheidende Rolle: die Liebe zu französischen Weinen – sind es doch verschiedene Fässer verschiedener Weine, die zur Reife dieses limitierten Whiskys herangezogen wurden.

Weine als Grundlage

Nach einer kurzen Reifezeit in ehemaligen Bourbon Fässern wird der Whisky umgelegt in Weinfässer eines Grand Cru von Clos de Tart, einem hervorragenden Weingut aus dem französischen Burgund. Dort wurzeln die Weinstöcke – ausschließlich Pinot Noir – tief in dem bis zu 120 cm starken Kalkboden. Der komplett in Barriquefässern gereift Rotwein erhält durch die Lage und das Übergangsklima des Burgund eine unglaubliche Komplexität mit Anklängen von reifen Kirschen und Himbeeren, sowie leichte Gewürz- und Erdnoten. Die Abfüllung dieses Weines, dessen älteste Reben nunmehr knapp 100 Jahre alt sind, erzielen höchste Auszeichnungen. Die Qualität des Weines geht natürlich auch auf die zur Reifung und Lagerung herangezogenen Fässer über, die wiederum diese an den Whisky abgeben.
Für einige Jahre reift der Glenmorangie in diesen Fässern, bevor er in ein weiteres Weinfass umgelegt wird.

Weinbau im Burgund | Quelle: www.fotolia.de

Der zweite Weineinfluss kommt auch aus Frankreich, jedoch nunmehr aus der Provence-Alpes-Côte d’Azur, genauer gesagt aus der kleinen Gemeinde Rasteau. Dieses nicht einmal 1.000 Einwohner fassende Städtchen gehört in der Weingeographie zu Region Côtes de Rhône und ist seit 2010 eines der kleinsten AOCs (Appellation d’Origine Contrôlée – das Siegel für eine geschützte Herkunft) Frankreichs. Die dort auf dem teils sehr Ton-haltigen Böden wachsenden Weine werden ausschließlich zu Rotweinen assembliert und nur in kleiner Menge produziert. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass nur eine kleine Schar eingefleischter Weinkenner diese Weine kennen. Doch seine Wichtigkeit, die er vor allem nach 8 bis 10 Jahren in der Flasche am besten ausspielt, machen ihn zu einem fast perfekten Begleiter schwerer, dunkler Fleischgerichte. Die Kraft dieser Region wird über die Fässer natürlich auch an den filigranen Whisky von Glenmorangie weiter gegeben.

Von Frankreich nach Tain

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Durch diese Fassarbeit entsteht ein extrem dunkel-roter Whisky, dessen Dichte und Kraft schon beim Eingießen in der Nase bemerkbar wird. Dunkle, rote Aromen von Kirschen und Crème Brûlée ringen förmlich mit ausdrucksstarken Noten von Mineralität und Erde. Schon in der Nase wird deutlich, dass es ein mehr als komplexer Whisky ist, der sich nicht in der ersten Sekunde erschließen lassen wird. Mit der Zeit finden sich leichte Schwefel-Noten – zumeist werden französische Weinfässer geschwefelt – und gebranntes Holz. Eine Mischung aus dunkler Schokolade, Gewürzen und Laub lassen einen an die Weinlese im Herbst denken und dazwischen immer wieder dunkle Früchte.

Diese unglaubliche Komplexität setzt sich im Mund fort. Die Holzaromen geben den Auftakt, weichen dann jedoch den Kirschen und Brombeeren. Die Erinnerung an Kirschkompott mit Vanille spielt mit kandierten Orangen, Kandis und Zimt. Mit der Zeit wird dieser Tropfen immer süßer und schiebt die Crème Brûlée weit nach vorne. Aber auch dunkle Schokolade und Rosinen. Im zweiten Schluck werden die Mineralien, das Holz und auch leicht der Schwefel wieder in Erinnerung geholt, doch die saftige Textur und die Süße sind hier wieder die Grundlinie, die sich durchzieht. Auch der Nachklang ist dominiert von diesen süßen Aromen, denen sich Kaffee, Nüsse und Schokolade beimischen. Dies alles wird schier unendlich lang getragen von einer sanften Woge Holzrauch.

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Ein fantastischer Single Malt, den man gut und gerne zu Wild reichen kann und der auch im Weinglas probiert werden sollte. Philip Reim von eyesforspirits.com hat völlig recht, wenn er als einziges Manko dieses Whiskys anführt, dass er limitiert ist. Und leider jetzt schon sehr schwer zu bekommen ist.

Allgemeine Informationen

Destillerie: Glenmorangie

Alter: NAS

Alkohol: 46 %vol.

Farbstoff: Nein

Kühlfiltration: Nein

Vertrieb: Moët Hennessy Deutschland

Vielen Dank an Moët Hennessy Deutschland für die Bereitstellung der Flasche. Außer Whisky ist hier nix geflossen.