Herzlich willkommen beim Blog von

www.spirit-ambassador.de!

Der Zauber, der jedem Anfang anscheinend innewohnt, äußert sich bei den ersten Zeilen eines Blogs eher in der Frage: Wie soll ich beginnen? Da diese Frage sehr lang und umständlich beantwortet werden kann, habe ich mich entschlossen, sie kurz und knapp auf das Thema zu richten, warum dieser Blog überhaupt entstanden ist.

In erster Linie soll es hier um die Welt der Spirituosen und Mixgetränke, um Geschichten und Menschen gehen – also irgendwie um fast alles, was mit den Getränken in Bars zu tun hat. Nun ist dies aber nicht die erste Website, die sich mit dem Themenspektrum beschäftigt – wo also liegt die Motivation und vor allem die Idee etwas Anderes zu machen, als es schon zuhauf zu geben scheint?
Nun, die Idee hinter diesem Blog begründet sich darin, den Menschen vor der Bar, den Gästen und Connaisseuren einen Einblick zu gewähren in eine Welt, die schier unendlich groß ist. Während sie vielleicht für die einen bei der Wahl des Gins zum Tonics beginnt, führt sie bei dem nächsten in eine Debatte über historisch verbriefte Rezepturen aus einer Zeit, die viele Generationen hinter uns liegt. All dies sind spannende Themen und das Wissen darüber hilft manchmal, den perfekten Drink für die aktuelle Situation zu bestellen oder zumindest eine Idee zu bekommen, was der Bartender einem gerade erzählt.

Wir, die wir unser Geld mit dem Zubereiten von Cocktails und dergleichen verdienen, leben in einer wunderbaren Zeit! Noch nie gab es so viele großartige Produkte, eine solche Bandbreite an liquiden Aromen und exotischen Dingen. Da fällt es häufig schon dem Profi schwer, eine Übersicht zu bekommen und vor allem zu behalten. Als Gast steht man häufig vor dem Rückbuffet einer Bar und kann leicht überfordert sein mit den ganzen Spirituosen, Likören, Bittern und Tinkturen. Dieser Blog nimmt es sich zu Aufgabe, Sie in diese Welt Schritt für Schritt – oder besser: Schluck für Schluck zu begleiten und die vielen Facetten aufzuzeigen.

Es ist ein ähnlicher Weg, wie ihn viele junge Barleute gegangen sind und noch häufig gehen werden und wie ihn mehr und mehr auch die Menschen vor dem Tresen verfolgen, denn Geschmack und das Verständnis für eines der spannendsten Handwerke sind etwas, mit denen man nicht geboren wird, sondern die man sich erarbeiten, erschmecken, aber auch erlesen muss. Dieser Blog würde sich gerne als Weggefährte anbieten!

Von daher ist es auch ein Rückblick, der zum wirklichen Inhalt dieses ersten Beitrags ausgewählt wurde und an den ich mich erst vor kurzer Zeit wieder erinnerte und ihn sogleich probieren musste.

Wie alles begann und wie es weiter gehen wird

Es muss so ungefähr 2007 gewesen sein. Meine bis dahin verlaufende „Karriere“ hinter der Bar beschränkte sich auf 90er Jahre Disco-Drinks, eher schlechte Piña Colada’s oder noch süßere Mai Tai’s. Mein damaliger Barchef in der alten Bar Gelb in Potsdam erzählte seit dem Anfang meines Engagements dort, dass er am liebsten in das Bar-O-Meter gehen würde, da es dort noch sehr klassisch zuginge. Als junger Bartender wollte ich das natürlich unbedingt auch erleben und verstehen, was „eine klassische Bar“ bedeutet. Nach längeren Instruktionen („Nimm den Hut ab, wenn du in den Laden kommst“, „fange nicht ungebeten an zu Duzen“ und solcherlei rühmliche Werte wurden mir nochmals eingeschärft) ging es dann nach einem frühen Feierabend hinunter in den Keller, in dem sich die dienstälteste Cocktailbar der Stadt befindet. Kurz um, es war für einen jungen Bartender fantastisch dort zu sitzen und vom Betreiber und gleichzeitig Bartender, den alle nur unter „Hasi“ kennen (Insofern das ‚Du‘ angeboten wurde), Geschichten über Rituale, Drinks und Spirituosen zu hören. Nach dem ersten Abend folgten unzählige mehr und noch heute ist es schön, dort hinab zu steigen an einen Ort, wo immer noch keine Kopfbedeckungen bei Herren erlaubt sind und man ganz entspannt eine kleine Zeitreise antreten kann.

Der Drink, durch den ich die klassische Welt betrat war ein Gin Fizz. Kein Martini, kein Manhattan oder ein Old Fashioned – Nein, ein einfacher Gin Fizz. Ohne Ei, dafür aber irgendwann mit einem (1!) Tropfen Angostura Bitters und statt Sodawasser mit Ginger Ale. Dabei handelt es sicherlich um eine sehr zugängliche Abwandlung dieses Klassikers, aber selbst heute ist dies noch eine der besten alkoholischen Limonaden, die ich kenne.
Eine genaue Anleitung zu diesem Drink ist hier zu finden, denn neben Geschichten soll hier auch eine kleine Rezept-Sammlung entstehen. Zum mittrinken, zielsicherem Bestellen oder einfach nur zum nachmixen daheim bei der nächsten Cocktail-Party.
Mit diesem Abend wuchs die Begeisterung für klassische Drinks von mal zu mal, bis zum heutigen Tage. Diese Leidenschaft für das Barhandwerk, das Wissen um Spirituosen und deren Komposition möchte ich gerne teilen, denn dies haben viele Barleute mit mir auch gemacht. Und auch Ihr Wissen wird hier dankbar einfließen.

Bis heute hat dieser Tresen im Bar-O-Meter einen festen Platz in meinem Herzen und ich bin dort sehr gerne Gast – heute zumeist auf einen Manhattan oder Martini. Aber eines ist immer wieder schön: ganz an den Anfang zu denken bei einer vorzüglichen Limonade mit Gin, Zucker, Zitrone, Bitters und Soda – nein: Ginger Ale.

In diesem Sinne! Auf einen spannenden und unterhaltsamen gemeinsamen Weg durch die Welt der Drinks und Spirituosen. Der erste Drink!

Cheers